Land der Dornen

In Quechua, der Sprache der Inka, heißt Cajamarca Land der Dornen oder kaltes Land. Cajamarca ist eine historisch wichtige Stadt für Peru, in welcher der Inkakönig Atahualpa seinen Sitz hatte. Als im Jahr 1532 die spanischen Eroberer unter Francisco Pizarro einmaschierten wurde Atahualpa am Plaza de Armas gefangen genommen. Sein Gefängniszimmer ist noch heute zu besichtigen. Um Ihren König zurück zu kaufen füllten die Inka diesen Raum angeblich zwei mal mit Silber und ein mal mit Gold auf. Die Spanier aber brachen ihr Versprechen und Atahulpa wurde ermordet. Der letzte Widerstand gegen die spanische Eroberung war damit gebrochen.

Heute beeindruckt Cajamarca durch barocke Architektur und zahlreiche wunderschöne Kirchen (… deren Türme aus einem bestimmten Grund nie fertiggestellt wurden: Das Vizekönigreich Peru zahlte jährlich einen Betrag für sich im Bau befindende Kirchen). Im nahegelegenen Banos del Inca kann man Thermalbäder besuchen, in denen schon König Atahualpa gebadet haben soll.

Lage, Bevölkerung und Industrie

Cajamarca liegt 2750 Meter über dem Meeresspiegel. Von der Hauptstadt Lima fährt man ca. 15 Stunden mit dem Bus oder man fliegt in nur einer Stunde die schöne Anden-Stadt an. Auf dem Plaza de Armas (Hauptplatz – der Größte Platz Perus) im Herzen der Altstadt trifft man auf ein abwechslungsreiches und offenes Erscheinungsbild. Campesinos (Landbewohner) in ihren bunten Trachten und den für die Region typischen Hüten, Stadtbevölkerung, Schuhputzer, einige Touristen und die Mineros welche durch die Arbeit in der nahe gelegenen Goldmiene zum finanziellen Wohlstand gekommen sind. Bars und Restaurants tummeln sich in der Nähe des großen traditionellen Marktes, welcher beinahe als eigenes Stadtviertel gezählt werden kann. Die Goldmine Yanacocha prägt das Leben in Cajamarca. Sie liegt in den Bergen oberhalb der Stadt und ist im Besitz der Newmont Mining CO (USA) und der Buenaventura (Peru). Die Verwendung von Chemikalien im Goldabbau beeinflusst jedoch Mensch und Natur. Es kommen gehäuft Leukämiefälle vor und die Landschaft verändert sich dramatisch. Schwermetalle setzen sich im Boden ab und gefährden die Ernte und damit das Überleben vieler peruanischer Bauern.

Widerstand und Wandel

Immer mehr Menschen in Cajamarca setzen sich zu Wehr. Einige Organisationen kritisieren das umweltschädigende Handeln der Minenbetreiber aufs Schärfste. Gegen die Erweiterung der Mine in der nahen Region Conga wird protestiert und im Juni 2012 kam es erstmals zum Generalstreik der Bevölkerung. Der Kampf gegen die Minen ist immer mehr spürbar, denn für viele Bauern wurde er zum Kampf um ihre Existenz. Unter den verseuchten Böden leidet die für Cajamarca so wichtige Milch- und Landwirtschaft .

Durch den Einfluss der Goldmine hat sich das Bild der Stadt immer mehr gewandelt. Inzwischen gibt es zwei große Einkaufszentren mit Kino, mehrere Supermärkte und die Infrastruktur der Stadt wird langsam aber sicher verbessert. Die Stadt wächst durch Zuzug der Landbevölkerung immer weiter an.